Home

Christine Geiszler

IMG_0030

 

My recent works you always find on instagram @studio.christinegeiszler.
PDF-Portfolio for download you find here –> PORTFOLIO-2018-19.

Secrets of Masses in Space

Von Andreas Amrhein 
im September 2020

Wer sich der Kunst von Christine Geiszler nähert, taucht ein in einen Kosmos aus Linien und Flächen. Dabei verzichtet sie ganz auf Farbe und konzentriert sich fast ausschließlich auf Graphit.

Wer nun denkt, in dieser Beschränkung auf ein Medium und eine Farbe läge etwas Eintöniges, sieht sich bald getäuscht: mit spielerischer Experimentierlust erkundet Christine Geiszler alles aus, was das meist weiße Blattformat an Kompositionsmöglichkeiten hergibt.

In beeindruckenden Serien begegnen uns spinnwebartige Strukturen, die das ganze Blatt einnehmen, wie auch skulptural anmutende Formen, die von leeren, weißen Flächen umrahmt werden. Die abstrakten Formen erinnern selten an konkrete Gegenstände: sie sind, was sie sind: Erkundungen von Raum und Fläche, von Spannungsverhältnissen zwischen Masse und Leere.

Statt aber, wie ein Bildhauer, nach der einen Form zu suchen, fällt Christine Geiszler auf, wie viele Variationsmöglichkeiten es gibt. Sie öffnet die Tür zu einer neuen Serie und wir sind – mit ihr – überrascht, wie viele Möglichkeiten erscheinen. Es hat den Anschein, dass es Jahre dauern würde, wenn man alle Varianten ausschöpfen möchte – wohlgemerkt nur in einem einzelnen Kapitel ihrer Arbeit.

Dabei braucht sie nicht immer nur die Ruhe des Arbeitsraums: auf Fahrten zwischen ihren Ateliers in Berlin und Cottbus hat sie in ihrer Serie der „Vibrations“ auch das Ruckeln des Zuges in ihre Versuchsanordnung mit einbezogen: es entstanden formatgleiche Bilder mit unruhigem Linienrhythmus. So passt sich Christine Geiszler stets den äußeren Bedingungen an und ist flexibel, was die Auswahl der Formate angeht: im Atelier entstehen türblattgroße Zeichnungen, unterwegs eben handliche, kleinformatige Arbeiten.

Gleich ist allem Schaffen ihre erfrischende Experimentierlust, gepaart mit Disziplin und Ausdauer: so entstehen vielfältige Serien, bei denen wir uns verblüfft fragen, wozu es eigentlich Farbe braucht.

NewsletterMerkenMerken